Zukunft

„Ist der Bildungsstreik tot, oder geht er weiter?“

So fragt ein Kommentator auf der Homepage des Bündnisses angesichts des Ausbleibens veröffentlichter Diskussionsergebnisse des bundesweiten Vernetzungstreffens, das vom 6. bis 8. August 2010 in Berlin stattfand. Die Frage ist berechtigt, denn im Juni 2010 zeigte sich, dass die Bemühungen des Bündnisses, eine breite Öffentlichkeit nicht nur als mediale Rezipienten, sondern als Akteure der Proteste zu gewinnen, weniger erfolgreich waren als im Vorjahr. 


Angesichts der offenen Weigerung der politischen Entscheidungsträger, einen konstruktiven Diskurs mit den Protestierenden zu führen, der tatsächlich Spielraum für Veränderungen öffnet, mag sich bei vielen Streikenden eine berechtigte Frustration breit gemacht haben. Andererseits verfügt das Bündnis durch die Aktionen in 2009 über ein Potenzial an medialer Aufmerksamkeit und über eine tragfähige, sich auf viele gesellschaftliche Gruppen stützende Netzwerkstruktur, die ihm prinzipiell jederzeit eine erneute Einflussnahme auf die öffentliche Meinungsbildung gestatten würde. 

Ob das Bildungsstreik-Bündnis fortbestehen und den begonnenen öffentlichen Diskurs weiter führen wird oder ob das Engagement der Betroffenen sang- und klanglos verhallen wird, ohne ein Echo in entsprechenden Reformansätzen gefunden zu haben, bleibt vorerst offen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist jedoch keine grundlegende Trendwende in der deutschen Bildungspolitik absehbar – ganz im Gegenteil, wie etwa die jüngsten Beschlüsse der Regierungskoalition zur Streichung der Hochschulstipendien zeigen.