Bildungsstreik Dresden - Gas

Es ist noch nicht lange her, dass Russland seine Unstimmigkeiten mit der Ukraine auf Kosten der europäischen Gasabnehmer austrug und die Gaslieferung, die durch die Pipelines in der Ukraine nach Europa und damit auch nach Deutschland, strömen sollte, versiegen ließ. Dies brachte natürlich die großen Energiekonzerne auf den Plan. In den ersten Tagen hörte man sie in den Nachrichten erzählen, dass ihre sogenannten Auffangbecken reichlich gefüllt wären und Deutschland somit auch ohne neue Lieferung weiterhin mit aus Russland stammendem Gas versorgt werden könnte. 


Doch nachdem Russland der Ukraine weiter vorwarf, unerlaubt Gas abzuzweigen, spürte der Westen deutlich, dass weniger Gas floss, auch wenn Russland über landeseigene Leitungen mehr Gas schickte als sonst. Natürlich stellte sich auch die Frage, ob Russland umgekehrt nicht ebenso auf die Zahlungen des westlichen Europas angewiesen war, wie die Europäer auf die Lieferungen von Gazprom. Da die EU rund 20 Prozent Ihrer Gaslieferung aus dem östlichen Europa bezieht, wurde die Angst vor Gasknappheit in der Bevölkerung von Tag zu Tag größer. Auch erhebliche Preissteigerungen waren zu befürchten, ein Gasanbieter Vergleich war unausweichlich. In östlichen Ländern wie zum Beispiel Bulgarien, aber auch im Nachbarland Österreich, kam es, nachdem der Streik andauerte, tatsächlich zu Versorgungsengpässen. Hier konnte man allerdings keine schnelle Lösung finden, so wollte Bulgarien zum Beispiel abgeschaltete Atomkraftwerke vorübergehend wieder nutzen, während Österreich auf Lieferungen aus den europäischen Nachbarstaaten hoffte. Ebenso sollte eine EU – Delegation die Gasleitungen in der Ukraine inspizieren dürfen, um sicherzustellen, dass kein Gas, das von Russland durch die Ukraine in den Westen fließt, für andere Zwecke abgezapft werden könne. 

Die Ukraine wiederholte, dass lediglich sogenanntes technisches Gas, das zum Betrieb der Leitungen benötigt werde, von der Lieferung abgezweigt werden würde. Trotz aller Vorwürfe an die Ukraine war Russland doch stark an einer Wiederaufnahme der Gaslieferung nach Westeuropa interessiert, unter anderem existierten hier natürlich auch Verträge, die zu erfüllen waren. Nach langwierigen Verhandlungen und Abkommen, die dann doch irgendwann unterzeichnet wurden, konnte die Gaslieferung ins westliche Europa schlussendlich wieder aufgenommen werden. Der Streit zwischen Russland und der Ukraine bezüglich der Erdgaslieferungen nach Westeuropa war nicht der erste in der Geschichte, und wird sicherlich auch nicht zum letzten Mal stattgefunden haben. Wichtig ist hier, dass von beiden Seiten langfristige Verträge formuliert, abgeschlossen und eingehalten werden. Dies ist auch im Interesse Europas, um langfristig weitere Engpässe in der Gasversorgung vermeiden zu können.